Summer Dreaming
bis zur Nase...

...steckten wir gestern in einer stinkenden Schwefelsuppe.

Am frühen Nachmittag, nachdem wir den Gründer der School For Life in seinem versteckten Luxus Haus auf dem Grundstück der Schule besucht hatten, fuhren wir - per Pick Up versteht sich - zu den heißen Quellen eines nahegelegen Dorfes.

Von Anne wurden wir am Morgen bereits auf ein intensives Geruchserlebnis vorbereitet und schließlich nicht enttäuscht: die Quellen stanken so sehr, dass wir plötzlich Lust auf Eier verspürten. 

Tatsächlich konnte man solche am Eingang des zu den Quellen gehörigen Massagesalons erwerben, um es schließlich in einem der kochenden Stinketümpel hart kochen zu lassen.

Als alter Gourmet ließ ich mir das natürlich nicht zweimal sagen: Schon hatte ich drei Eier und ein Bastkörbchen in der Hand, das ich kurz darauf mit Hilfe eines Stockes und den Einweisungen eines Thais in der übelriechenden Flüssigkeit kochte.

Vor dieser wundervollen Erfahrung durfte ich jedoch noch eine andere machen: ich nahm ein 20 minütiges Bad im muffigen Nass, das, laut thailändischem Verkäufer, äußerst gut für Körper, Geist und Seele zu sein scheint.

Und wirklich: nach dem ersten Hitzeschock bemerkte ich schnell, wie meine Mückenstiche anfingen, wohlig zu kribbeln, der Juckreiz nachließ und meine Haut weich wie ein Babypopo wurde.

Nach der nassen Sauna und dem anschließenden Kochen ging es schließlich zu einer schmerzhaften Fußmassage auf die in meinem Fall noch eine Nackmassage folgte.

Auch, wenn ich zwischenzeitlich nicht genau wusste, ob ich sterbe oder neu geboren werde, war ich danach doch wirklich mehr als entspannt und konnte mich noch mehr auf das uns versprochene Restaurantessen freuen.

Dieses fand an einer Art Autobahnraststätte statt, das nur aus einem Dach bestand, das auf einen riesigen Baum gelegt worden war. Es war jedoch nicht das Restaurant an sich, das uns alle begeisterte, sondern die Toiletten, die nur an drei Seiten Wände hatten und gegenüber von der Kloschüssel in den Djungel endeten, mit Ausblick auf Blumen, Pflanzen und ahrscheinlich auch wilde Tiere.

Nur das Essen konnte mit dem architektonischen Meisterwerk nicht ganz mithalten. Nach einer Woche Reis aber trotzdem ein Genuss...

17.8.08 18:50


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Heute Nacht teilte ich mir das Bett...

... mit etwa zweitausend Ameisen.

Über unser mit Liebe und Herzblut gespanntes Moskitonetz konnten die sich nur todlachen - was sie auch taten, verteilt auf meinem ganzen Körper.

Doch nicht nur diese netten Gesellen wollten in der Nacht mit mir kuscheln. Beim Aufwachen zählte ich 12 neue Mückenstiche, teilweise an Stellen, an denen noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist.

Trotzdem schliefen wir alle fest wie die Murmeltiere. Gestern war große Kinderparty angesagt, mit Spielen und Basteln, Rumtoben und vor allem Geschenke verteilen.

Ich für meinen Teil entschied mich wohlwissend gegen die Wasserschlacht und breitete stattdessen Malbücher und Stifte aus. Auch, wenn meine "Station"anfangs scheinbar die langweiligste war, kamen bald so viele Kinder, dass ich Nachschub an Buntstiften ordern musste.

Und obwohl beim alles drunter und drüber ging, blieb immer eine gewisse Ordnung, denn die Kinder, so aufgeregt sie auch waren, warteten brav bis die anderen mit dem Bilder aus dem Malbuch aussuchen fertig waren, gaben den anderen Farbtipps und malten jedes Bild zu Ende aus. 

Zur Belohnung gab es am Ende dann endlich unsere Geschenke, Werbegschenke von allen möglichen Firmen und Unternehmen, die wir in Deutschland finden konnten.

Auch hie rblieb alles ordentlich: Selbst die kleinen standen in Reih und Glied hinter unserem Wunderkoffer und warteten geduldig bis sie an der Reihe waren. Dabei dauerte es oft über fünf Minuten bis jedes Kind die richtige Wahl getroffen hat zwischen Frisbees, Jojos, Kuscheltieren und Mützen.

Am Abend waren nicht nur die Kinder, sondern vor allem wir so mnüde, dass wir nur noch wie Steine in unsere Ameisenhaufen fallen konnten.

16.8.08 19:16


nicht die Prinzessin...


...sondern die Königin hatte heute Geburtstag. Zu diesem ganz besonderen Tag stellten die Thais überall überdimensional große Plakate der Queen auf - geschmückt mit buntblinkenden Lichterketten, Blumen, Kerzen und goldenen Schrenen. Man stelle sich selbiges bei Angela Merkel vor.


Zur Feier des Tages wurden wir vom Bürgermeister eines kleinen, nahegelegenen Dorfes höchstpersönlich eingeladen, zusammen mit ihm an der eigens vom Dorf für die nicht anwesende aber herzzerreissend geliebte Königin iniziierten Geburtstagszeremonie teilzunehmen.

Gesagt, getan. Nach dem Abendessen ging es los, zu elft auf der Ladefläche eines nassen und dreckigen Pickups im Regen durch Urwald und Reisfelder, die man jedes Mal zu sehen bekommt, wenn man in die Schule rein oder wieder hinaus will. 

So, wie gestern Nachmittag, als wir mit etwa 3 Stunden Verspätung in Chiang Mai abgeholt wurden, wieder im Pickup, wieder im Regen.

Fast eineinhalb Stunden dauerte die Fahrt aus der Stadt hoch in die Berge. Das Ergebnis war eine patschnasse Alena und noch nasseres Gepäck mit nassen Klamotten und Schlafsack.

In der Schule angekommen bezogen wir unsere Unterkünfte: eine ca. 15m lange Hütte ohne Wände. 

Auf dem Boden bauten wir schließlich noch die "Zelte" auf, drei an de rZahl, die aus von der Decke hängenden Moskitonetzen und auf dem Boden liegenden Matratzen bestehen.

Gegen 19h gab es schließlich "Abendbrot": Reis mit undefinierbarem Gemüse inklusive einer scharfen Sauce, die ich nur mit Tränen in den Augen und schnoddernder Nase runterbekam.

Die erste Nacht in unseren nicht vorhandenen vier Wänden war allerdings überraschend kalt. Umso vorteilhafter, dass mein Diebesgut, aka Thai-Airways Decke, die mich wenigstens annähernd warm halten konnte.

Heute morgen lernten wir dann endlich die Kinder kennen. Aufgeteilt in Zweiergruppen aßen wir jeder in einer anderen Hütte im Schneidersitz auf Bambusmatten den uns versprochenen Reis und Kekse.

Der Tag zog sich schließlich so dahin. Da der Geburtstag der Königin in Thailand gleichzeitig Anlass eines Feiertags ist - nämlich Muttertag - hatten die Kinder keine Schule und wir somit noch nicht viel zu tun.

Gerade kommen wir - wie gesagt - aus dem Dorf, wo wir den Geburtstag gebührend mit Liedern und Kerzen feierten und anschließend 76 Lampions in den stockdunklen Regenwaldhimmel steigen ließen - einen, für jedes Jahr, das die Königin alt.

Nun naht die zweite Nacht. Morgen sollen wir die ersten Projekte bekommen, darunter ein Garden Projekt und ein Dog Projekt. Was genau das ist, erfahrt ihr nach der nächsten Maus ;-)

12.8.08 20:55


Wie im Hallenbad...


...habe ich mich heute morgen gefuehlt, als ich in unserem schoenen Gaestehaus aufgewacht bin, zusammengerollt auf meinem Schlafsack auf der Mitte des Bettes, um bloss mit jedem Koerperteil weit genug von den Kakerlaken am Boden wegzuliegen.

Aber ich fange schon wieder an, das Pferd von hinten aufzusatteln, falls man das so sagt.

Tatsaechlich begann unsere Reise naemlich am Frankfurter Flughafen um genau 21.30h, als unser Riesen teils lilafarbenes Thai Airways Flugzeug startete und ich bereits wohlig in meine lilafarbene Thai Airways Decke gemummelt auf meinem lilafarbenen Kissen doeste.

Bevor ich allerdings ins Land der Traeume abtauchen konnte, wurde ich auch schon wieder geweckt. Eine lila gekleidete Stewardess bot mir Kopfhoerer in einem lilafarbenen Beutelchen an, ebenso wie die lila Menuekarte, bei deren Durchlesen mir schon das Wasser im Mund zusammenlief und ich mir ueberlegte, wer von den uebrigen Passagieren mir wohl sein Himbeermousse geben wuerde...

Nach der ersten Stunde stand mein Essen, das in lilanen Schalen gereicht wurde, auch tatsaechlich vor mir - ich hatte mich fuer Lachs entschieden - genauso wie ein Glas Wein, nach dem ich sowas von voll war, dass ich es mit dem zweiten lieber hab sein lassen...

Nachdem wir nun die Fenster abdunkeln mussten und die anderen schon lauthals schnarchten, dachte sich auch die kleine Alena mal die Aeuglein zu schliessen...

...ich habe waehrend des ganzen Fluges nicht eine Minute geschlafen.

Stattdessen machte ich mir Gedanken ueber die wichtigen Dinge im Leben. Hier ein kleiner Auszug der Fragen, die ich mir waehrenddessen stellte

Wie viele Wochen muss ein guter Gouda reifen? 

Hiess die Exfreundin von Johannes Bruder Sarah und hatte sie gruene oder blaue Haare? 

Wie viele der Passagiere sind wohl Sextouristen?

usw.

Nach elf Stunden Flug landeten wir schliesslich "as smooth as silk" im schoenen Bangkok, von dem wir nichts, als das riesen grosse Flughafen Gebaeude sehen konnten.

Von Bangkok - wo wir durch den Immigration Schalter mussten und ich Angst hatte, nun fuer immer immigriert zu sein - ging es nun noch etwa eine Stunde nach Chiang Mai.

Am Flughafen angekommen wurden wir von einer sogenannten Mareike abgeholt, die unser Gepaeck in die Stadt zu unserem Gaestehaus fuhr.

Wir fuer unseren Teil passten nicht mehr auf das Autochen und nahmen den "Bus", ein eine Art Kleintransporter mit seitlichen Sitzbaenken, auf denen man zu sechst recht gemuetlich sitzen kann. Wir waren 13. Zwischendurch sah ich mein Leben in Filmen an mir vorbeiziehen.

Am Gaestehaus angekommen bezogen wir unsere Zimmer, die Christin und ich uns mit zwei anderen netten Kerlen teilten, die uns im Laufe des Abends einen kleinen Besuch abstatteten und gar nicht mehr gehen wollten...

...einer von ihnen musste an diesem Abend leider sterben, da er von einem Thai zerquetscht wurde.

Der andere kleine Geselle verschwand, nachdem wir mit ihm geduscht hatten...

Nach dem Duschen gings schliesslich zum beruehmt beruechtigten Sunday Market, ein Markt, der - vorsicht - immer nur Sonntags geoeffnet hat und auf dem ich am liebsten drei Stunden verbracht und alles - aber auch ALLES - gekauft haette. Was, kann ich leider nicht verraten...

Spaeter am Abend waren wir endlich auch noch essen. Da wir in den naechsten drei Wochen wohl ausschliesslich von Reis leben werden, beschlossen wir, noch einmal Pommes und Sandwiches zu essen.

In besagtem Restaurant lief ich ausserdem meiner grossen Liebe ueber den Weg. Es handelte sich dabei um den suessesten Hund, den ich jeh gesehen habe, ich vermute, eine Mischung aus Chihuahua und Wolf, auch wenn andere behaupten, dass diese zwei Tiere niemals Kinder bekommen koennten.

Gegen 00.30h waren wir endlich im Bett.

Heute morgen sind wir dann im selben Restaurant noch mal fruehstuecken gewesen und sind dann noch mal einkaufen gewesen.

Um 15h werden wir abgeholt und fahren dann endlich zur School for Life, wo es angeblich keine Kakerlaken, dafuer aber Riesenmotten, Muecken, Schlangen und Kinder gibt.

Dort werde ich wohl nicht mehr so schnell ins Internet kommen...

Deshalb nochmal ganz schnell mein erster Eindruck von dem, was ich bisher gesehen habe=

CHiang Mai ist dreckig, laut und stickig, auch, wenn ich mir alles noch schwueler vorgestellt habe. Braun wie ein Mulatte werde ich hier wohl nicht werden, denn es regnet seit gestern abend, wenn auch nur troepfchenweise. Alles ist unglaublich billig und die Thais scheinen unendlich freundlich zu sein.

Mal sehen, ob das auch so bleibt...

11.8.08 08:44


nicht mal mehr 8 Stunden...


...bis mein Flieger in Richtung Asien abhebt.

Nein, ich wurde nicht auserkoren, als Langstreckenläuferin an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Dennoch gehöre ich zu einem kleinen Kreis Auserwählte, die, wenn auch nicht ins kommunistische China, ins wunderschöne Thailand fahren. 

Dass Thailand wunderschön ist, kann ich nur vermuten, denn: alles, was ich über dieses Land weiß, weiß ich aus dem Film The Beach, wobei ich mich hier eher darauf beschränkt habe, Leonardo Di Caprios freien Oberkörper zu begutachten, anstatt mehr über die Besonderheiten der Thai-Kultur zu lernen.

Lust aufzubrechen, habe ich in diesem Moment noch keine. Katharina,  die in zwei Wochen nach Guatemala fliegt, geht es ähnlich und sie spricht mir aus der Seele, wenn sie sagt,
dass sie am liebsten zu Hause bleiben würde, denn so aufregend es auch sein mag, ein neues Land, eine andere Kultur und eine fremde Sprache kennenzulernen, so abschreckend ist es auch ganz allein zu sein.

Trotzdem steht mein 70 Liter Rucksack fertig gepackt hinter mir, dazu mein Handgepäck und ein extra Koffer mit ca. 20 Kilo "Mitbringseln" für die Kinder von der School for Life.

In knapp zwei Stunden geht es los zum Flughafen in Frankfurt. Wie ich mein ganzes Gepäck dort hinbekommen soll steht in den Sternen, genauso, ob thai-Air, die Airline meines Vertrauens, heute Abend pünktlich abfliegt oder dem Lufthansa Streik zum Opfer fällt.

Über 12 Stunden fliegen wir angeblich bis nach Bangkok. Von dort geht es weiter nach Chiang Mai, wo wir gegen 19h Ortszeit ankommen.

Die Reise dauert also - alles mit eingerechnet - insgesamt knapp 35 Stunden, eine Ewigkeit, auch wenn ich hoffe, dass das Glas am Ende wenigstens zur Hälfte halbvoll und nicht -leer ist, denn ich denke, dass der Jet-Lag dann nicht mehr eintritt. Nach 35 Stunden ist man schließlich so oder so müde, egal wann man losgefahren ist. Wenigstens etwas.

Passieren kann mir wohl übrigens nichts - oder nicht viel. Ich bin geimpft gegen alle erdenklichen Krankheiten, meine Tasche ist zur Hälfte gefüllt mit Medikamenten und meine Haut ist dank sämtlicher Cremes geschützt vor Mücken, Zecken und Sonne.

Von gesundheitlichen Problemen ganz abgesehen, ist  es dennoch theoretisch möglich, von einem Menschenhändlerring geschnappt und an ein Bordell verkauft zu werden. Praktisch glaube ich allerdings nicht dran: Welcher Europäer fährt schon nach Thailand, wegen der hübschen exotischen rothaarigen Europäerinnen? 

 

 

9.8.08 14:10



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